Zwei Erfolgsfaktoren für die Rekrutierung grossartiger Mitarbeitender
Zwei Erfolgsfaktoren für die Rekrutierung grossartiger Mitarbeitender.
Der Erfolg einer Organisation und deren Führungskräften ist untrennbar mit ihren Mitarbeitenden verbunden. Doch wie gelingt es, die richtigen Talente zu gewinnen und langfristig zu binden?
Die Antwort liegt in der Klarheit über zwei entscheidende Faktoren: 𝐖𝐞𝐫𝐭𝐞 und die daraus resultierenden 𝐕𝐞𝐫𝐡𝐚𝐥𝐭𝐞𝐧𝐬𝐰𝐞𝐢𝐬𝐞𝐧.
Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Kernwerte nicht nur zu definieren, sondern sie auch authentisch zu leben. Oftmals sind die Werte leider nicht mehr als schöne Schlagworte auf Websites oder in Präsentationen. Doch wahre Werte sollten im täglichen Miteinander spürbar sein und von allen Hierarchieebenen gelebt werden.
Ebenso wichtig sind die Verhaltensweisen, durch die diese Werte zum Leben erweckt werden. Ob in Meetings, E-Mails oder im persönlichen Austausch – sie prägen das Miteinander.
Ein wertebasiertes Recruiting ermöglicht es, Bewerberinnen und Bewerber zu identifizieren, deren persönliche Werte mit denen des Unternehmens übereinstimmen – ein Gewinn für beide Seiten.
Wissen deine Mitarbeitenden, welche Werte das Unternehmen verkörpert und wie wendest du diese im Rekrutierungsprozess an?
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Der Erfolg einer Führungskraft und Organisation steht und fällt mit den Mitarbeitenden. Deshalb solltest du besonders darauf achten, welche Menschen du für dein Unternehmen rekrutierst. Die logische Konsequenz ist, dass du viel Zeit und Energie darauf verwendest, möglichst geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden. Dennoch ist in der Praxis der Erfolg von Rekrutierungsprozessen mehr als ungewiss. Der Hauptgrund: Es fehlt die Klarheit, welche Menschen am besten in die Organisation bzw. dein Team passen.
Für erfolgreiche Rekrutierungen brauchst du im Grunde Klarheit über zwei entscheidende Faktoren: Die Werte, die du bzw. die Organisation verkörpern, und durch welche Verhaltensweisen diese Werte im unternehmerischen Alltag bewusst zum Ausdruck gebracht und gelebt werden.
Welche Werte verkörpert deine Organisation?
Auf diese Frage erhalte ich sehr unterschiedliche Antworten. Manche Mitarbeitende und Führungskräfte nennen eine Vielzahl von Werten, die sie irgendwo gehört haben, und landen schliesslich bei einer Liste von über 30 Werten. Andere hingegen zucken nur mit den Schultern, weil sie nicht genau wissen, was Werte bedeuten – geschweige denn, welche in der Organisation tatsächlich gelebt werden.
Hand aufs Herz: Wenn deine Mitarbeitenden spontan gefragt würden, könnten sie dann alle die Werte nennen, nach denen sich dein Unternehmen richtet? Falls nein, könnte das daran liegen, dass es sich bisher nur um schöne Schlagworte handelt, die im täglichen Miteinander aber nicht gelebt werden.
Nach aussen hin ist meist deutlich sichtbar, wofür ein Unternehmen stehen will und wonach es strebt: auf der Website, in Präsentationen oder über Social Media wird darüber informiert. Die Unternehmenswerte sollten aber genauso für Mitarbeitende präsent sein. Idealerweise gehen sie mit gelebter Unternehmenskultur Hand in Hand. Neben Nachhaltigkeit und Diversity müssen dabei auch traditionelle Unternehmenswerte wie Zuverlässigkeit, Offenheit und ein wertschätzendes Miteinander ihren Platz finden.
Werte sind wichtig – nicht nur für die einzelnen Menschen, sondern auch für Organisationen. Werte geben den Mitarbeitenden Orientierung im täglichen Handeln. Damit sie ihre Kraft entfalten, ist es wichtig, deren Anzahl möglichst gering zuhalten; ganz nach dem Motto «less is more», sollten maximal drei Kernwerte bestimmt werden.
Wichtig ist, dass die Werte, die die Organisation verkörpert, über alle Hierarchieebenen hinweg gelebt werden und so auch für den Kunden spürbar sind. Es geht nicht darum, welche Werte sich schick anhören oder momentan en vogue sind und nur deshalb kommuniziert werden. Es geht um Werte, die den Kern der Organisation widerspiegeln. Die Teil der «DNA» sind und für die sie mit ganzem Herzen einsteht.
Werte sollten im Mindset der Mitarbeitenden stets präsent und von den Vorgesetzten authentisch vorgelebt werden. Die Werte müssen nicht – wie in vielen Organisationen üblich – in Großbuchstaben bei jeder Präsentation aufleuchten oder in überdimensionalen Lettern an sämtlichen Bürowänden prangen. Sie müssen auch nicht omnipräsent im Intra- oder Internet auftauchen. Letztendlich muss nur deutlich und klar sein, welche Kernwerte als fester Bestand der Organisation aktiv gelebt werden.
Verhaltensweisen in der Organisation
In der Regel gibt es rund 8–12 Verhaltensweisen, durch die Werte im Unternehmen gelebt und damit konkret spürbar werden. Sie beschreiben, wie etwas in der Organisation gemacht wird. Beispielsweise in welcher Art und Weise miteinander kommuniziert wird – im persönlichen Face-to-Face, in Videokonferenzen oder in E-Mails –, wie in Meetings miteinander umgegangen wird oder wie bzw. ob man einander unterstützt.
Durch diese Konkretisierung wird auch in grösseren Organisationen Alignment geschaffen. Inwiefern die Mitarbeitenden die Verhaltensweisen verinnerlicht haben und sie leben, lässt sich anhand von Quartals-Reviews und Mitarbeitergesprächen gut herausfinden.
Ich kenne ein sehr erfolgreiches Unternehmen, welches einmal im Quartal Mitarbeitende auszeichnet, die besonders vorbildlich die gewünschten Verhaltensweisen gezeigt haben. Um die Verhaltensweisen zu stärken, können beispielsweise Trainings angeboten werden; auch Führungskräfte sind dazu ermuntert, die Mitarbeitenden immer wieder an die gewünschten Verhaltensweisen zu erinnern und diese auch selbst exemplarisch vorzuleben.
Klarheit im Rekrutierungsprozess
Sind Werte und Verhaltensweisen erst einmal klar definiert, lässt sich der Rekrutierungsprozess wesentlich effektiver und präziser gestalten. Denn du wirst schnell und unmissverständlich feststellen, ob Bewerberinnen und Bewerber die Werte und Verhaltensweisen bereits in sich tragen oder nicht.
Die Einbeziehung von Werten gibt beiden Seiten die Möglichkeit, die Passung zwischen Unternehmen und Bewerbenden besser zu beurteilen. Dies ist vor allem auf lange Sicht von Vorteil. Auch wenn eine hohe Bezahlung oder andere Benefits für die Kandidaten zunächst verlockend sind, hält sie das Engagement und die Motivation der Mitarbeitenden nicht lange aufrecht – das gelingt nur, wenn deren Werte und Verhaltensweisen auch zur Organisation passen.
Vorteile eines werteorientierten Recruitings
Unternehmenswerte führen zu erfolgreichem Employer Branding. Unternehmen sollten ihre Werte nicht nur in den Einstellungsprozess integrieren, sondern sie auch aktiv nach aussen tragen, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Indem sie auf ihrer Website oder in sozialen Medien zeigen, wie wichtig ihnen die Unternehmenskultur ist und wie diese Werte im Alltag gelebt werden, können potenzielle Bewerber bereits im Vorfeld ein klares Bild von ihrem möglichen Arbeitsumfeld gewinnen.
Effizientes Matching spart Ressourcen. Zeit ist Geld – es dauerte oft Monate, bis eine offene Stelle besetzt wird, und umso ärgerlicher ist es, wenn der neue Mitarbeitende bereits in der Probezeit das Unternehmen wieder verlässt, da die Werte nicht zu ihm passen. Solche Vakanzen kosten nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern beeinträchtigen auch die Innovationskraft eines Unternehmens. Ein wertebasiertes Recruiting kann von Anfang an für ein präziseres Matching sorgen oder bei der Entscheidung zwischen zwei gleich qualifizierten Kandidaten den Ausschlag geben.
Gemeinsame Werte fördern den Teamgeist. Wenn Mitarbeitende die Werte und die Kultur ihres Unternehmens teilen, verfolgen sie oft dieselben Ziele. Dies stärkt nicht nur die Beziehungen unter Kollegen, sondern sorgt auch dafür, dass sich alle in ihrer Arbeitsumgebung wohlfühlen. Gemeinsame Ziele verbessern die Arbeitsmoral und reduzieren Fehlzeiten, da alle gemeinsam an der Bewältigung von Herausforderungen arbeiten.
Ein positives Umfeld bringt positive Ergebnisse: Wenn Mitarbeitende mit den Unternehmenswerten vertraut sind und diese mit ihren eigenen Vorstellungen übereinstimmen, engagieren sie sich stärker. Sie fühlen sich dem Unternehmen verbunden und streben danach, sinnvolle Ergebnisse zu erzielen. Dieses Engagement steigert nicht nur ihre eigene Produktivität, sondern wirkt sich auch positiv auf das gesamte Unternehmen aus – zufriedene Kunden inklusive.
Starke Mitarbeiterbindung aufgrund gemeinsamer Werte reduziert die Fluktuation. Einer Gallup-Studie zufolge planen 73 % der deutschen Arbeitnehmer, ihren Arbeitsplatz innerhalb eines Jahres zu wechseln. Werteorientiertes Recruiting kann hier Abhilfe schaffen und Talente langfristig binden. Wenn Unternehmen ihren Mitarbeitenden Wertschätzung entgegenbringen, bleiben diese in der Regel länger im Unternehmen. Eine geringere Fluktuation ermöglicht es zudem, in die berufliche Entwicklung der Talente zu investieren – eine Win-win-Situation für beide Seiten.
Wenn du mehr darüber Wissen möchtest, wie du als Führungskraft grossartige Mitarbeitende rekrutierst und wie dein Führungsstil dazu beiträgt, dass diese im Unternehmen bleiben, empfehle ich dir mein Buch: «Die Heldenreise einer Führungskraft – wie du als Leader*in die beste Version deiner selbst wirst».



