Wenn die Arbeit ständig mit am Tisch sitzt
Wenn die Arbeit das Leben ist – und das Leben danebensteht. 📱➡️🏖️
Urlaub – eigentlich gedacht zum Abschalten, Auftanken, Durchatmen 🌊☀️.
Doch viele Führungskräfte kehren nach zwei Wochen „Erholung“ nicht gestärkt zurück, sondern ausgelaugt 😓.
Nicht, weil sie nichts getan hätten – sondern weil sie nicht losgelassen haben.
Ich kenne das. Lange Zeit war ich im Urlaub nie wirklich weg – erreichbar, reaktiv, verantwortlich 📞💻.
Aus Überzeugung, aus Pflichtgefühl, aus der Annahme: Ohne mich läuft es nicht.
Erst mit der Zeit habe ich verstanden:
👉 Dauerpräsenz ist kein Führungsbeweis, sondern ein Warnsignal.
Wer sich nie rausnimmt, verliert mit der Zeit nicht nur Energie ⚡, sondern auch Klarheit 🧭.
Warum gute Führung mit Selbstführung beginnt und warum Erholung nicht Luxus, sondern Voraussetzung ist, beschreibe ich im aktuellen Newsletter 📩.
Wie gelingt dir der Spagat zwischen Verantwortung und Rückzug – oder gelingt er dir nicht (mehr)? 🤔
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Ein Sommerabend an der Küste. Der Tisch ist gedeckt, die Kinder streiten leise über die Farbe der Limo, die Sonne sinkt über dem Wasser. Alles schein bereit für einen Moment der Ruhe – wäre da nicht das Handy auf dem Tisch zwischen Gabel und Brotkorb.
Ein Vibrationsalarm. Ein Anruf aus dem Unternehmen. Vielleicht wichtig, vielleicht nicht.
„Ich geh mal kurz ran“, sage ich. Fünf Minuten, denke ich. Es werden dreißig.
Als ich zurückkomme, ist das Essen kalt und die Stimmung gekippt. Die Kinder quengeln, meine Partnerin schweigt. Ich versuche mich zu rechtfertigen. Ich war ja nicht auf Social Media. Ich habe gearbeitet. Für uns. Für diesen Urlaub. Für ein Leben, das Sicherheit und Möglichkeiten bietet.
Und dennoch: Ich war nicht da. Nicht wirklich.
Leistung hat ihren Preis und der wird oft im Privaten gezahlt
Viele in Führungspositionen kennen diese Momente. Das ständige Mitdenken, dass „Ich check nur kurz“, die Nachtschichten im Halbdunkeln des Hotelzimmers, während die anderen längst schlafen.
Natürlich: Wer etwas erreichen will, muss bereit sein, mehr zu geben als andere. Karriere ist kein Selbstläufer und Führung bedeutet immer auch Einsatz ausserhalb der Komfortzone. Aber irgendwann kippt die Balance. Aus Leistung wird Daueranspannung. Aus Engagement wird permanente Verfügbarkeit.
Nicht weil jemand es von uns verlangt, sondern weil wir es uns selbst nicht zugestehen, abzuschalten.
Arbeit als neue Religion
In vielen Gesprächen mit Führungskräften zeigt sich. Arbeit ist heute weit mehr als Broterwerb.
Sie ist Identität, Daseinszweck, Status. Die erste Frage bei einem Kennenlernen lautet oft: „Was machen Sie beruflich?“ Und die Antwort darauf wird nicht nur zur Einordnung, sondern zur Wertung.
Gerade im akademisch geprägten Milieu, unter Führungskräften und Selbständigen wird das Hamsterrad selten als solchen benannt. Es nennt sich dann „Purpose“, „Projekt“ oder „Passion“.
Der kreative Kapitalismus hat es geschafft, Selbstverwirklichung über das Gehaltskonto zu verkaufen und viele kaufen bereitwillig.
Das Resultat: Permanente Erreichbarkeit wird mit Verantwortungsbewusstsein verwechselt.
Wer immer online ist, glaubt unentbehrlich zu sein und merkt oft zu spät, dass er sich selbst dabei verliert.
Drei Beobachtungen aus meiner Arbeit mit Führungskräften
- Ständige Verfügbarkeit ersetzt keine echte Führung.Wer rund um die Uhr erreichbar ist, sendet vor allem eines: Misstrauen gegenüber dem eigenen Team. Gute Führung braucht Delegation - nicht Dauerpräsenz.
- Erholung ist keine Schwäche.Wer nie abschaltet, wird nicht leistungsfähiger, sondern unklarer im Denken. Ich kenne viele, die nach dem Urlaub erschöpfter zurückkamen als sie aufgebrochen sind.
- Selbstführung beginnt mit Grenzen.Wer sich keine Pausen erlaubt, verliert mit der Zeit nicht nur seine Energie, sondern auch seine Urteilskraft. Und die ist in Führungsfragen unverzichtbar.
Fazit: Wer führen will, muss zuerst sich selbst ernst nehmen
Heute gehe auch ich anders mit Erreichbarkeit um.
Ich bin erreichbar, wenn es nötig ist, aber nicht mehr immer.
Ich antworte, wenn etwas brennt, aber nicht mehr aus Reflex.
Ich nehme mir bewusst Zeit. Für mich, für meine Familie, für meine Entwicklung.
Nicht als Gegenmodell zur Leistung, sondern als Voraussetzung dafür.
Denn Führung braucht Präsenz. Nicht nur im Unternehmen, sondern auch im Leben.
Wenn du im Urlaub das Gefühl hast, ständig auf Stand-by zu sein, ist das kein Zeichen von Engagement, sondern ein Hinweis, dass etwas nicht mehr gut austariert ist.
In einem Coaching kann es genau darum gehen. Strukturen schaffen, in denen du wieder wirksam wirst – ohne dich zu verlieren.
Wenn du willst, sprechen wir darüber. Unverbindlich, aber konkret.



