Warum schwierige Entscheidungen dich zu einer besseren Führungskraft machen
Warum schwierige Entscheidungen dich zu einer besseren Führungskraft machen.
Als Führungskraft musst du die Fähigkeit besitzen, schwierige Entscheidungen zu treffen, auch wenn diese oft unpopulär sind.
Entscheidungen, die oft weitreichende Konsequenzen für das Unternehmen, die Mitarbeitenden und deine eigene Karriere haben.
Um erfolgreich zu sein, musst du eine klare, durchdachte und strategische Herangehensweise entwickeln, wie du Entscheidungen triffst. Und du brauchst eine der wichtigsten Führungstugenden: Mut.
Mit meinem Coachee Hermann habe ich einen Leitfaden erarbeitet, der ihm zukünftig zur exzellenten Entscheidungsfindung führt.
Darunter sind fünf Kernpunkte, die auch du kennen solltest, wenn du regelmässig schwierige Entscheidungen treffen musst. Diese stelle ich dir in meinem neuen Artikel vor.
Wie triffst du schwierige Entscheidungen und was hilft dir dabei?
hashtag#Leadership hashtag#Entscheidungsfindung hashtag#Führungskräfte hashtag#Coaching hashtag#Mut
In unseren vergangenen Coachings hat Hermann – Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen – acht Schlüsselelemente für exzellente Entscheidungsfindung kennengelernt. Doch trotz dieses Wissens fühlt er sich oft noch handlungsunfähig, wenn es darum geht, schwierige Entscheidungen zu treffen. Oder, wie John C. Maxwell sagte: «Successful leaders have the courage to take action while others hesitate.»
Es ist offensichtlich: Er brauchte mehr als nur theoretisches Wissen – er brauchte einen praktischen Leitfaden, der ihm hilft, diese Prinzipien in die Tat umzusetzen. Als wir uns an diesem Morgen zusammensetzten, um über seine Herausforderungen zu sprechen, wurde mir klar, dass Hermann noch unsicher ist. «Es ist völlig normal, sich bei schwierigen Entscheidungen unsicher zu fühlen. Aber es gibt Methoden und Strategien, die dir helfen können, diese Unsicherheit zu überwinden und fundierte Entscheidungen zu treffen». Im Folgenden fasse ich die Essenz aus zwei intensiven Coachingstunden zusammen, in denen wir einen Leitfaden erarbeiteten – einen Schritt-für-Schritt-Prozess –, der Hermann dabei helfen wird, selbstbewusster und effektiver Entscheidungen zu treffen.
Keine Führungsposition ohne schwierige Entscheidungen
Das Treffen schwieriger Entscheidungen zählt zu den grössten Herausforderungen für Führungskräfte. Dazu gehören insbesondere:
- Personalabbau und Entlassungen
- Leistungsbewertungen und Personalgespräche mit Underperformern
- Budgetkürzungen und Projektreduzierungen
- Strategische Neuausrichtung des Unternehmens
- Grosse Investitionsentscheidungen
- Fusionen und Übernahmen
- Initiierung von Kulturwandel
- Umgang mit ethischen Dilemmata
Schwierige Entscheidungen haben weitreichende Konsequenzen für das Unternehmen, die Mitarbeitenden und die eigene Karriere. Um erfolgreich zu sein, musst du eine klare, durchdachte und strategische Herangehensweise entwickeln, da Unternehmen und Organisationen meist schnelle und zeitnahe Entscheidungen benötigen.
Kennst du das? Sobald eine Entscheidung getroffen ist, verschwinden das Zögern und die Unsicherheit sofort. Die eigentliche «Qual» liegt nicht in der Entscheidung selbst, sondern in der Unentschlossenheit.
Je länger man zögert, desto eher verliert man den Mut, eine schwierige Entscheidung zu treffen.
Eine Umgebung mit hoher Entscheidungsdynamik ist zudem spannender und produktiver, was sich unmittelbar positiv auf die Mitarbeitenden und deren Motivation auswirkt. Schwierige Entscheidungen gehören zur Verantwortung einer Führungsposition. Sie sind ein wichtiger Grund, der dein höheres Gehalt rechtfertigt. Zudem zeigt sich die Qualität einer Führungskraft insbesondere an der Fähigkeit, unbeliebte und unpopuläre Entscheidungen zu treffen.
Auch schwierige Entscheidungen sind Teil des Führungsalltags
Als Führungskraft musst du die Fähigkeit besitzen, schwierige Entscheidungen zu treffen, auch wenn diese oft unpopulär sind. Es ist selbstredend, dass schwierige Entscheidungen keinen grossen Spass machen und sich der ein oder andere davon angegriffen fühlt, vornehmlich wenn es um Personalentscheidungen geht. Doch würden wir immer nur nach altbewährten Praktiken oder dem Konsens der Mehrheit handeln, wären Führungskräfte überflüssig und es könnte in Unternehmen einfach ein demokratisches Wahlsystem bei Entscheidungen geben. Sei also dankbar, dass es schwierige Entscheidungen gibt, die du treffen kannst, um deiner Führungsrolle gerecht zu werden.
Schwierige Entscheidungen fallen ausserhalb der Komfortzone
Führungskräfte müssen in der Lage sein, den Status quo infrage zu stellen, um das Unternehmen zu wenden oder auf unbekannte Pfade zu führen. Das bedeutet vor allem, dass sie auch ausserhalb ihrer Komfortzone schnell handlungsfähig sein müssen, denn Unternehmen und Organisationen verlangen Entschlossenheit und rechtzeitige Entscheidungen. Dazu braucht es die Führungstugend Mut – wenn du nicht mutig genug bist, um aktiv zu handeln und Entscheidungen zu treffen, solltest du dringend daran arbeiten. C. S. Lewis bringt es mit seinen Worten: «Mut ist nicht nur eine Tugend, sondern die Form jeder Tugend am Prüfpunkt» treffend auf den Punkt. Mut ist ein Attribut, das exzellente Führungskräfte von mittelmässigen unterscheidet.
Schwierige Entscheidungen kennen oft keine klar beste Alternative
Es gibt unterschiedliche Arten von Entscheidungen, die je nach Situation mehr oder weniger Mut erfordern. Bei einfachen Entscheidungen ist die Wahl offensichtlich. Diese Art von Entscheidungen kann jeder treffen und sie bedürfen keiner Führungskraft. Ein Beispiel dafür ist die Auswahl des Bürobedarfs. Schwierige Entscheidungen hingegen erfordern eine Führungskraft. Bei diesen Entscheidungen ist nicht klar, welcher Weg der bessere ist, und es gibt keine offensichtlich beste Option. Die Herausforderung besteht darin, den Mut aufzubringen, schwierige Entscheidungen zu treffen – oft gegen den Druck sozialer und unternehmenspolitischer Einflüsse.
Aufbau von Entscheidungsfähigkeit
Hermann ist fest entschlossen, mutiger zu werden und will auch schwierige Entscheidungen nicht mehr endlos vor sich herschieben in der Hoffnung, dass sich das Problem von selbst löst. Um seine Fähigkeit dahingehend zu verbessern, gebe ich ihm folgende Punkte mit an die Hand:
- Schnelligkeit: Beende die Zeit der Unentschlossenheit so schnell wie möglich, um dich nicht unnötig lange zu «quälen». Wenn du in deinem Inneren weisst, was die richtige Entscheidung ist, triff sie schnell.
- Fokus auf irreversible Entscheidungen: Unterscheide zwischen Entscheidungen, die schwer oder gar nicht rückgängig gemacht werden können, und solchen, die leicht rückgängig gemacht werden können. Investiere deine Zeit in die irreversiblen Entscheidungen.
- 70 %-Regel: Triff Entscheidungen auf Basis von 70 % der gewünschten Informationen. Warte nicht auf vollständige Daten, denn diese wird es ohnehin so gut wie nie geben. Analysiere stattdessen die 70 %, die du an Informationen hast und nutze diese als Entscheidungsgrundlage.
- Widerspruch und Verpflichtung: Bei einigen Entscheidungen ist es sinnvoll, innerhalb des Teams deinen Standpunkt zu äussern, um gemeinsam zu einer Lösung zu kommen. Du erhältst dadurch weitere Perspektiven, die bei der Entscheidungsfindung hilfreich sind. Du solltest dir allerdings immer bewusst sein, dass du als Führungskraft letztlich die Entscheidung triffst.
Entscheidungsfindung: Konzertiere dich auf das Wichtige
Ein entscheidender Aspekt in der Entscheidungsfindung ist die Fähigkeit, sich auf die wesentlichen Faktoren zu konzentrieren. Mit zunehmender Verantwortung gewinnen Entscheidungen an Komplexität. Ein Rahmen hilft dabei, Entscheidungskriterien zu bewerten und irrelevante Datenpunkte zu eliminieren, ohne die Qualität der Entscheidung zu beeinträchtigen.
Fünf Kernpunkte zur Identifikation des Wesentlichen
- Nutze deine Werte als Filter: Schliesse Optionen aus, die nicht mit deinen Werten übereinstimmen. Lehne z. B. ein fragwürdiges Geschäft ab, wenn es nicht mit deinen Werten übereinstimmt, auch wenn es lukrativ ist.
- Unwiderrufliche Tatsachen loslassen: Konzentriere dich auf Faktoren, die du beeinflussen kannst. Es ist sinnlos, Zeit und Energie für Dinge zu verschwenden, die bereits passiert sind oder ausserhalb deiner Kontrolle liegen.
- Eigeninteresse eliminieren: Überwinde egoistische Präferenzen zugunsten des grösseren Wohls. Wähle Lösungsansätze, die das Team voranbringen, auch wenn du selbst nicht im Rampenlicht stehst.
- Interessenkonflikte erkennen: Akzeptiere, dass du nicht jeden zufriedenstellen kannst. Bevorzuge Menschen bei Entscheidungen nicht, nur weil du eine emotionale Bindung zu ihnen hast.
- Kontrolle über Ängste und Sorgen gewinnen: Betrachte deine Ängste bewusst und erkenne ihre Auswirkungen auf deine Entscheidungen. Frage dich, wovor du Angst hast und wie es deine Entscheidungen beeinflusst. Durch eine bewusste Betrachtung gewinnst du Kontrolle über irrationale Bedenken.
Wenn du diese fünf Kernpunkte anwendest, gelingt es dir, deine Entscheidungen zu optimieren. Sie helfen dir dabei, Ballast zu beseitigen und den Fokus auf das Wesentliche zu legen. Du wirst in der Lage sein, irrelevante Informationen auszuschliessen und deinen Entscheidungskontext zu vereinfachen.
3 Fragen für deine Reflexion
Abschliessend gebe ich Hermann drei Fragen mit auf den Weg, die er für sich beantworten kann, um seine Fähigkeit, schwierige Entscheidungen zu treffen, zu schärfen:
- Wann hast du eine unpopuläre Entscheidung getroffen, die sich als richtig erwiesen hat?
- Wann hast du in der Vergangenheit die schwierige Entscheidung nicht getroffen, und was hat dich das gekostet?
- Welche schwierigen, möglicherweise unpopulären Entscheidungen musst du jetzt treffen?
Wenn das Treffen von schwierigen Entscheidungen auch für dich herausfordernd ist, wirf gerne einen Blick in mein Buch «Die Heldenreise einer Führungskraft – wie du als Leader*in die beste Version deiner selbst wirst». Dort bekommst du weitere praktische Tipps sowie tiefere Einblicke in die Führungstugend Mut, die du für deine Entscheidungen brauchst.



