Presse

Me, myself and I – ist die neue Führungskraft nur selbstbewusst oder schon selbstverliebt?

Me, myself and I – ist die neue Führungskraft nur selbstbewusst oder schon selbstverliebt?

Me, myself and I – ist die neue Führungskraft nur selbstbewusst oder schon selbstverliebt?

Hattest du auch schon ein Bewerbungsgespräch mit einem dieser besonderen Menschen?

Selbstbewusst, charismatisch, charmant und von sich überzeugt wirken diese Personen wie die idealen Kandidaten für eine Führungsposition.

Auch ich unterlag früher bei der Besetzung von Führungspositionen einem weit verbreiteten – und mittlerweile empirisch gut fundierten – Irrtum; der Verwechslung von überzeugender Selbstdarstellung und wahrlich vorhandener Kompetenz.

Personen mit einem übermässigen Selbstbewusstsein sind der Lage, sich herausragend zu präsentieren. Sie blenden uns geradezu, bis wir vollkommen davon überzeugt sind, die richtige Führungskraft gefunden zu haben.

Und je höher die zu besetzende Position im Unternehmen ist, umso ärgerlicher wird es, wenn wir nach einiger Zeit feststellen, dass sie fehlbesetzt wurde. Viele von uns haben selbst erlebt, welche Auswirkungen schlechtes Management hat.

Ist dir auch schon einmal dieser Fehler unterlaufen? Dann solltest du jetzt meinen neuen Newsletter lesen und deine Erfahrungen teilen, damit andere davon lernen.

hashtag#Leadership hashtag#Coaching hashtag#Führungskräfte hashtag#Selbstbewusstsein hashtag#Selbstverliebtheit hashtag#Führungsverhalten hashtag#Charakter


«Ich weiss, dass ich nichts weiss.» Dieser Satz des griechischen Philosophen Sokrates wird nicht gerade oft zitierten in den Führungsetagen, obwohl er in vielen Situationen mehr als angebracht wäre.

Wir alle haben bestimmt schon einmal mit jemandem zusammengearbeitet, der absolut von sich überzeugt war, aber nicht mit Leistung punktete. Vielleicht hast du auch schon einer Mischung aus Frustration und Entsetzen festgestellt, dass der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin, die du rekrutiert hast, am Ende mehr Schein als Sein war – und dabei verlief das Bewerbungsgespräch äusserst vielversprechend.

Und je höher die zu besetzende Position im Unternehmen ist, umso ärgerlicher wird es, wenn sich dort jemand sitzt, der vor Selbstliebe nur so strotzt.

 

Überzeugende Selbstdarstellung oder echte Kompetenz?

Ist der Chef selbst sein grösster Fan, stolziert er selbstherrlich durch das Unternehmen und behandelt seine Mitarbeitenden von oben herab, zieht das mitunter katastrophale Folgen nach sich. Mitarbeitende sind demotiviert, bringen keine Leistung und kündigen aufgrund des Vorgesetzten. Oft verliert ein Unternehmen viele wertvolle Fachkräfte, bevor eine Führungskraft ersetzt wird.

Auch mir sind in der Besetzung von Führungspositionen mehrfach Fehler unterlaufen. Rückblickend unterlag ich dabei einem weit verbreiteten – und mittlerweile empirisch gut fundierten – Irrtum bei der Rekrutierung; nämlich der Verwechslung von überzeugender Selbstdarstellung und wahrlich vorhandener Kompetenz.

 

Charisma oder totale Selbstüberschätzung?

Empirische Untersuchungen belegen, dass 70 % der Führungskräfte ein übersteigertes Selbstvertrauen haben (aus: Tomas Chamorro-Premuzic, «Why Do So Many Incompetent Men Become Leaders?»). Doch woran liegt es, dass sich Menschen in Führungspositionen für aussergewöhnlich fähig halten?

So manch böse Zunge würde jetzt behaupten, dass es daran liegt, dass die meisten Führungskräfte männlich sind.

Eine Frage, mit der sich auch der Autor und Psychologe Tomas Chamorro-Premuzic auseinandersetzte. Er argumentiert, dass es nicht auf mangelnde Kompetenz und fehlende Motivation zurückzuführen ist, dass es nur wenige Frauen in Führungspositionen gibt, sondern darauf, dass wir unfähig sind, die Inkompetenz vieler Männer zu entlarven. Nach wie vor unterliegen wir der längst überholten Vorstellung, dass jemand mit einem übermässig grossen Selbstbewusstsein charismatisch ist und dass jemand, der vielleicht sogar narzisstische Züge hat, über Führungspotenzial verfügt.

Das Problem ist jedoch: Genau das sind die Eigenschaften, die jemanden zu einem schlechten Vorgesetzten machen – doch das wird oftmals einfach ignoriert. Das Ergebnis ist ein Überschuss an inkompetenten Männern in Führungspositionen, was es anderen wirklich kompetenten Männern und Frauen schwer macht, selbst in eine solche Position zu kommen. Damit einhergehend werden gleichzeitig auch die Anforderungen an Führung deprimierend niedrig gehalten.

 

Die Weisheit des Sokrates

Kommen wir nochmal zum anfangs erwähnten Zitat: «Ich weiss, dass ich nichts weiss.» Sokrates gab darin ganz schlicht zu, dass er von den meisten Dingen einfach überhaupt keine Ahnung hatte. Doch genau das erfordert Selbstkenntnis und Klugheit.

Um abschätzen zu können, was wir nicht verstehen, brauchen wir ein breites und fundiertes Wissen. Wenn man diesen Ansatz weiterdenkt, bedeutet es: Inkompetenten Menschen fehlt oft das nötige Wissen, um zu erkennen, was sie nicht können und wissen. Sie überschätzen sich deswegen eher selbst – und sprechen anderen wirklich kompetenten Personen ihre Fähigkeiten sogar ab.

 

Narzissten landen eher in Führungspositionen als andere

Die ersten Forschungsergebnisse zu inkompetenten Menschen, die sich selbst überschätzen, stammten von den US-Psychologen David Dunning und Justin Kruger. Heute kennt so gut wie jeder den nach ihnen benannten «Dunning-Kruger-Effekt».

Im Grunde genommen sind selbstverliebte Führungskräfte sehr unsichere Menschen. Natürlich würden sie sich nie die Blösse geben, dies zuzugeben; man könnte ja denken, sie wären schwach, deswegen übertönen sie ihre mangelnde Kompetenz mit Prahlerei, Übermut und Selbstüberschätzung. Sie stossen ihre Mitmenschen auch mal gerne vor den Kopf, wenn diese sie ihr Egoprojekt nicht unterstützen.

 

Führung – eine wertvolle Unternehmensressource

Eine Führungsposition sollte aber kein glamouröses Karriereziel oder die persönliche Belohnung für langjährige Mitarbeitende darstellen. Vielmehr ist sie eine wertvolle Ressource mit Potenzial, welche Unternehmen optimal nutzen sollten. Führung ist nur dann gut, wenn die Mitarbeitenden davon profitieren: Sie bringen mehr Motivation und bessere Leistungen ein – wovon letztlich auch das Unternehmen als Ganzes profitiert.

Die Anhebung der Führungsstandards – nicht einfach nur die Forderung nach mehr Frauen in Führungspositionen – sollte daher oberste Priorität haben.

 

Was macht gute Führungskräfte aus?

Es wirkt attraktiv, wenn sich eine Führungskraft zunächst mit sehr viel Selbstbewusstsein und charismatischen Persönlichkeitszügen präsentiert. Überschätzt sich jemand stark, so neigt er jedoch auch dazu, grosse Risiken einzugehen und fehlende Kompetenz mit fast schon irrwitzigen Entscheidungen auszugleichen.

Konkret heisst das: Achte gezielt darauf, was gute Führungskräfte ausmacht. Diese zeichnen sich besonders durch ihre Kompetenz, Integrität und Bescheidenheit aus. Wird diesen Eigenschaften bei der Besetzung einer Führungsposition ein höherer Stellenwert eingeräumt, so führt das automatisch dazu, dass mehr Frauen in Führungspositionen gewählt werden, da diese in weiteren empirischen Untersuchungen hinsichtlich dieser Merkmale besser abschneiden als ihre männlichen Kollegen. In meinem BeBest! Konzept gehe ich noch mehr auf die Führungsrollen, -kompetenzen und -tugenden ein, die eine gute Führungspersönlichkeit auszeichnen.

 

Sind dir bei der Besetzung von Führungspositionen auch schon Fehler unterlaufen? Was tust du, um übermässiges Selbstbewusstsein zu entlarven? Ich freue mich auf dein Feedback zu diesem Thema!

Wie du als Führungspersönlichkeit an deinen eigenen Kompetenzen arbeiten kannst, erfährst du in meinem Buch «Die Heldenreise einer Führungskraft – wie du als Leader*in die beste Version deiner selbst wirst».