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Love it, change it, leave it – wie lange willst du noch warten?

Love it, change it, leave it – wie lange willst du noch warten?

Love it, change it, leave it – wie lange willst du noch warten?

Die Vorgesetzte hat mich bei der Beförderung übergangen!
Die Unternehmenskultur treibt mich in den Wahnsinn!
Ich kann einfach nicht mehr mit dem Kollegen zusammenarbeiten!

Gefühlt jeden Tag höre ich solche Aussagen und versuche, mit meinen Klienten Lösungen dafür zu finden.

Dabei greife ich gerne auf das Konzept Love it, change it or leave it zurück. Was genau dahintersteckt und wie ich es anwende, zeige ich dir in meinem aktuellen Newsletter.

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Als ich vor einiger Zeit einen LinkedIn-Beitrag über das Thema «Mut» veröffentlichte, fand ich mich in einer alltäglichen Situation wieder, die mich zum Nachdenken anregte und mich gleichzeitig etwas melancholisch stimmte. Ich habe mich zum Mittagessen mit einer ehemaligen Mitarbeiterin in einem tollen Gartenrestaurant getroffen. Verspätet durch die Suche nach einem Parkplatz fand ich sie am Tisch sitzend vor – eine heute 48-jährige Führungskraft in der Pharmabranche, ausgestattet mit Doktortitel und einem Schäferhund an ihrer Seite.

Nach den üblichen Höflichkeiten tauschen wir Erfahrungen und Eindrücke des vergangenen Jahres aus und kommen dabei recht zügig auf Beruf und Karriere zu sprechen. Meine Gesprächspartnerin schneidet unverblümt das Problem an: Ihr neuer Vorgesetzter, seit Mitte 2023 im Amt, hat sie bei einer ihr zuvor fest versprochenen Beförderung schlichtweg übergangen. Die Begründung erfolgte in einem hastigen, flüchtigen Gespräch, dessen Kürze kaum Zeit für Fragen liess. Fazit: «Er ist ein Idiot und ich mag nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten.»

 

Was tun, wenn es in der Arbeit nicht mehr recht passt?

Nun steht sie vor einem Dilemma. Sie hat bereits ein Jahrzehnt in diesem Unternehmen verbracht, hat ein überdurchschnittliches Gehalt und durfte sogar das High-Potential-Programm absolvieren. Privat ist sie durch familiäre Verpflichtungen stark eingebunden, schätzt aber die Möglichkeit, flexibel von zu Hause aus arbeiten zu können. Ein beruflicher Wechsel steht ausser Frage; sie hofft insgeheim, dass ihr neuer Vorgesetzter nicht lange im Amt bleibt.

Dieser Fall erinnert mich an ein Konzept, das ich in meinem Buch «Das Phönix-Prinzip» beschrieben habe. Im Grundsatz hat man in solchen Situationen nur drei Optionen: «Love it, change it or leave it.» Wie dies so üblich ist, schmeckt meiner Gesprächspartnerin keine der drei Optionen. Also verharrt sie bis auf Weiteres in ihrem unbefriedigenden Zustand. Der Schmerz oder das Unbehagen sind nicht gross genug, um proaktiv eine Änderung herbeizuführen. Doch ist das die beste Lösung?

 

Ist Abwarten überhaupt eine Option?

Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass der Zustand des Wartens, der die Tage grau färbt, auf Dauer nicht tragbar ist, weil er dich psychisch krank macht. «Mut zur Veränderung» ist hier die Devise. Der Mut, den Status quo zu hinterfragen und den Schritt zu einer neuen Herausforderung zu wagen. Es erstaunt mich immer wieder, welche Kompromisse Menschen eingehen, um nicht aus ihrer Komfortzone treten zu müssen. Veränderung jedoch, so unbequem sie anfangs erscheinen mag, ist oft der einzige Weg zu einer wahrhaft erfüllenden Zukunft.

 

«Love it, change it, or leave it» – ein zeitloses Konzept für Führungskräfte

Du kennst das sicher auch. Du steckst in einer Situation fest, beruflich oder privat, die dich nicht mehr erfüllt. Es nagt an dir, vielleicht unterschwellig, vielleicht aber auch ganz offen. Du spürst, da ist mehr, da geht mehr, aber irgendetwas hält dich zurück. Es ist wie ein innerer Knoten, der sich immer fester zuzieht und deine Energie, deine Kreativität und deine Lebensfreude schmälert.

«Love it, change it, or leave it» ist ein einfaches, aber unglaublich wirkungsvolles Konzept, das heute relevanter denn je ist. Denn gerade als Führungskraft bist du ständig mit Veränderungen, Herausforderungen und – seien wir ehrlich – auch mit Frustrationen konfrontiert. Die Kunst besteht darin, diese Situationen aktiv zu gestalten und nicht zum Spielball der Umstände zu werden.

Das Konzept ist ein pragmatischer Ansatz zur Problemlösung und Entscheidungsfindung. Es zwingt dich, ehrlich mit dir selbst zu sein und deine Situation aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Es geht darum, die Verantwortung für dein eigenes Wohlbefinden und deine berufliche Erfüllung zu übernehmen.

Gerade für Führungskräfte, die oft unter enormem Druck stehen und eine Vorbildfunktion haben, ist es essenziell. Denn deine eigene Haltung und dein Umgang mit Herausforderungen wirken sich direkt auf dein Team, dein Unternehmen und letztendlich auf deinen Erfolg aus. Ein frustrierter oder demotivierter Chef kann ein ganzes Schiff versenken.

 

Option 1: «Love it» – Die Kraft der Akzeptanz und der positiven Perspektive

Manchmal liegt die Lösung nicht in äusseren Veränderungen, sondern in einer inneren Neuausrichtung. «Love it» bedeutet, die Situation, so wie sie ist, anzunehmen und den Fokus auf die positiven Aspekte zu lenken. Das mag im ersten Moment paradox klingen, besonders wenn du dich in einer Situation befindest, die dich unglücklich macht. Aber es geht darum, deine innere Haltung zu verändern und die Dinge aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Was bedeutet «Love it» konkret?

Nimm dir Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme. Was genau stört dich an der Situation? Sind es wirklich die äusseren Umstände oder liegt es vielleicht auch an deiner eigenen Wahrnehmung und Erwartungshaltung? Oftmals sind es nicht die Fakten selbst, sondern unsere Bewertungen, die uns unglücklich machen. Frag dich: Was sind die positiven Aspekte meiner Arbeit, meiner Position, meines Unternehmens? Welche Lernchancen bietet mir die aktuelle Situation?

Konzentriere dich bewusst auf die Dinge, die du an deiner Arbeit magst. Das können die Kollegen sein, interessante Projekte, die Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeiten oder auch nur der kurze Arbeitsweg. Schreibe diese positiven Aspekte auf und erinnere dich regelmässig daran. Das mag banal klingen, aber es hilft, den Fokus von den negativen Dingen abzulenken und deine Stimmung positiv zu beeinflussen.

Sei dankbar für das, was du hast. Viele Menschen wären froh, deinen Job zu haben, dein Gehalt zu verdienen oder in deinem Unternehmen zu arbeiten. Dankbarkeit hilft, die Dinge in Perspektive zu rücken und den Wert deiner aktuellen Situation wiederzuerkennen. Studien zeigen, dass Dankbarkeit das Wohlbefinden steigert und Stress reduziert. Eine Studie der University of California, Berkeley, hat beispielsweise gezeigt, dass Dankbarkeit zu mehr Optimismus, Glück und besserer körperlicher Gesundheit führt.[i]

Versuche, einen Sinn in deiner Arbeit zu finden, auch wenn die Situation gerade schwierig ist. Was ist dein Beitrag zum grossen Ganzen? Wie kannst du deine Stärken einsetzen, um einen positiven Unterschied zu machen? Sinnhaftigkeit ist ein zentraler Faktor für Arbeitszufriedenheit und Motivation. Wenn du einen Sinn in deiner Tätigkeit siehst, fällt es dir leichter, auch schwierige Phasen zu überstehen.

«Love it» ist kein passives Erdulden, sondern eine aktive Entscheidung. Es bedeutet, bewusst zu wählen, wie du deine Situation wahrnimmst und wie du darauf reagierst.

 

Option 2: «Change it» – Die Macht der Gestaltung und der Eigeninitiative

Wenn «Love it» nicht ausreicht oder nicht möglich ist, dann kommt «Change it» ins Spiel. «Change it» bedeutet, aktiv zu werden und die Situation zu verändern, sodass sie wieder deinen Bedürfnissen und Erwartungen entspricht. Das erfordert Mut, Initiative und die Bereitschaft, aus deiner Komfortzone herauszutreten. Aber es ist oft der einzige Weg, um langfristig zufrieden und erfolgreich zu sein.

Was bedeutet «Change it» konkret?

Was genau muss sich ändern? Sei präzise und konkret. Formuliere dein Problem klar und analysiere die Ursachen. Je genauer du das Problem definierst, desto einfacher wird es, Lösungen zu finden. Im Fall meiner ehemaligen Mitarbeiterin ist das Problem klar: Sie fühlt sich von ihrem neuen Vorgesetzten nicht wertgeschätzt und in ihrer Karriereentwicklung behindert.

Sprich das Problem offen und konstruktiv an. Suche das Gespräch mit deinem Vorgesetzten, deinen Kollegen oder der Personalabteilung. Oftmals lassen sich Missverständnisse und Konflikte durch offene Kommunikation lösen. Formuliere deine Anliegen klar und respektvoll und zeige gleichzeitig Lösungsbereitschaft. Wichtig ist, dass du nicht nur jammerst, sondern aktiv an einer Lösung mitarbeiten willst.

Sei bereit, zu verhandeln. Was sind deine Prioritäten? Wo bist du kompromissbereit? Was sind deine Grenzen? In vielen Fällen lassen sich Veränderungen durch Kompromisse und Zugeständnisse erreichen. Vielleicht kannst du mit deinem Vorgesetzten neue Aufgaben oder Verantwortlichkeiten vereinbaren, die dich mehr fordern und fördern. Oder du kannst flexible Arbeitszeiten oder Weiterbildungsmöglichkeiten aushandeln.

Manchmal liegt das Problem darin, dass deine Kompetenzen nicht mehr den Anforderungen deines Jobs entsprechen oder du dich beruflich weiterentwickeln möchtest. Nutze Weiterbildungsmöglichkeiten, um deine Fähigkeiten auszubauen und dich für neue Herausforderungen zu qualifizieren. Investiere in deine persönliche und berufliche Entwicklung. Das steigert nicht nur deine Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch dein Selbstvertrauen und deine Zufriedenheit.

«Change it» erfordert Mut und Engagement. Es ist nicht immer einfach, Veränderungen anzustossen und durchzusetzen. Aber es ist wichtig, aktiv zu werden und die Initiative zu ergreifen. Denn wenn du nichts änderst, ändert sich auch nichts. Und manchmal ist «Change it» der erste Schritt, um überhaupt wieder Freude an der Arbeit zu finden.

 

Option 3: «Leave it» – Der mutige Schritt zur Neuausrichtung und zum Neuanfang

Manchmal, und das müssen wir uns eingestehen, sind die Bemühungen um «Love it» und «Change it» nicht von Erfolg gekrönt. Manchmal ist die Situation so festgefahren oder die Rahmenbedingungen so ungünstig, dass eine grundlegende Veränderung innerhalb des bestehenden Systems nicht möglich ist. In solchen Fällen bleibt nur noch «Leave it». «Leave it» bedeutet, die Konsequenzen zu ziehen und einen Schlussstrich zu ziehen. Es bedeutet, das Unternehmen, die Position oder die Situation zu verlassen und einen Neuanfang zu wagen.

«Leave it» ist oft die schwierigste Option, aber manchmal die einzig richtige. Es erfordert Mut, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Denn ein Jobwechsel oder eine berufliche Neuorientierung sind immer mit Unsicherheiten verbunden. Aber es ist auch eine Chance, sich neu zu erfinden, neue Wege zu gehen und eine erfüllendere Zukunft zu gestalten.

Wann ist «Leave it» die richtige Entscheidung?

 
  • Wenn du alles versucht hast, um die Situation zu verbessern, aber keine Fortschritte erzielst, dann ist «Leave it» eine realistische Option. Es ist wichtig, ehrlich mit sich selbst zu sein und sich einzugestehen, wenn eine Situation aussichtslos ist. Es ist keine Schande, zu gehen, wenn man erkennt, dass man an einem toten Punkt angelangt ist.
  • Wenn du feststellst, dass die Unternehmenskultur, die Führungswerte oder die ethischen Standards des Unternehmens nicht mehr deinen eigenen Werten entsprechen, dann kann ein Ausstieg die beste Lösung sein. Langfristig ist es schwer, in einem Umfeld zu arbeiten, das deinen innersten Überzeugungen widerspricht. Das führt zu innerem Konflikt, Frustration und Demotivation.
  • Wenn deine Arbeit dich krank macht, wenn du unter chronischem Stress, Burnout oder psychischen Problemen leidest, dann ist «Leave it» nicht nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit. Deine Gesundheit ist dein wertvollstes Gut. Kein Job der Welt ist es wert, deine Gesundheit zu ruinieren.
  • Wenn du das Gefühl hast, dass du in deinem aktuellen Job unterfordert bist, dass deine Talente und Fähigkeiten nicht ausreichend genutzt werden, dann kann ein Wechsel eine Chance sein, dein Potenzial voll auszuschöpfen. Jeder Mensch hat einzigartige Stärken und Talente. Es ist wichtig, ein Arbeitsumfeld zu finden, in dem du diese Stärken einsetzen und dich weiterentwickeln kannst.
 

«Leave it» ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Es erfordert Mut, die Komfortzone zu verlassen und sich ins Ungewisse zu stürzen. Aber es ist auch ein Akt der Selbstachtung und der Eigenverantwortung. Du nimmst dein Leben und deine Karriere selbst in die Hand und gestaltest deine Zukunft aktiv.

 

Der Mut zur Veränderung

«Love it, change it, or leave it» ist mehr als nur ein Konzept. Es ist eine Haltung. Es ist die Haltung, die Verantwortung für dein eigenes Glück und deinen Erfolg zu übernehmen. Es ist die Haltung, die dich befähigt, schwierige Situationen zu meistern und dein Leben aktiv zu gestalten.

Gerade als Führungskraft bist du gefordert, diese Haltung vorzuleben und dein Team zu inspirieren. Sei mutig, hinterfrage den Status quo, fordere Veränderungen ein und sei bereit, neue Wege zu gehen. Denn nur wer sich verändert, bleibt sich treu. Und nur wer mutig ist, gewinnt.

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