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Leader oder Loser? Warum du als Führungskraft verlieren solltest

Leader oder Loser? Warum du als Führungskraft verlieren solltest

Leader oder Loser?

In einer Zeit, in der autoritäre Führung wieder salonfähig scheint, braucht es mehr denn je mutige Leader – Menschen, die bereit sind zu verlieren, damit andere wachsen können.

Denn: Echte Führung heisst, Kontrolle abzugeben, Verantwortung zu teilen und sich nicht ins Rampenlicht zu drängen.

Warum das nichts mit Schwäche, sondern alles mit echter Stärke zu tun hat, erkläre ich in meinem aktuellen Newsletter.

Und jetzt die Frage an dich: Wann hast du als Führungskraft das letzte Mal verloren?

Wenn du Lust hast, an deinem Führungsstil zu arbeiten: Ich begleite dich gern.

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Die Strategie ist aufgegangen, das Team hat geliefert – du hast die Entscheidung getroffen. Doch während du noch überlegst, wie du deinen Erfolg präsentierst, tritt jemand aus dem Team vor, bedankt sich bei den Kolleg:innen und wird gefeiert. Nicht du.

Ein kurzer Stich im Ego – und genau hier beginnt echte Führung.

Dieses zunächst widersprüchlich wirkende Konzept geht gegen vieles, was in klassischen Leadership-Trainings vermittelt wird. Gerade in Zeiten, in denen der Ruf nach autoritären Führungspersönlichkeiten wieder lauter wird und sich Menschen wie Trump, Musk oder Merz lautstark inszenieren, scheint die Idee des «Verlierens» als Führungsqualität fast schon absurd.

Doch der Wunsch nach Stabilität, Orientierung und Klarheit darf nicht verwechselt werden mit Machtausübung um ihrer selbst willen. Was auf den ersten Blick wie Stärke erscheint, entpuppt sich häufig als eine Strategie der Abgrenzung – mit Folgen wie Stillstand, Frustration und Spaltung. Nicht nur in der Politik, sondern auch in Unternehmen.

Autoritäre Führung kann kurzfristig handlungsfähig machen. Im Change-Management gibt es beispielsweise Phasen, in denen schnelle Entscheidungen gefragt sind. Aber langfristig brauchen Teams Vertrauen, Beteiligung und Sinn – keine Alleinansagen. Ich habe in meiner Praxis oft erlebt, wie Führungskräfte, die mit starkem Machtanspruch starten, mittelfristig scheitern – und die Organisation mit ihnen ins Stocken gerät.

Darum gilt für mich: Gute Führung heisst, bereit zu sein, zu verlieren.

Denn jedes Stück, das du als Leader verlierst, kann zum Gewinn für das Ganze werden.

Fünf Dinge, die du als Führungskraft verlieren darfst

Gegen sich selbst verlieren

Wachstum als Leader heisst auch, innere Kämpfe auszuhalten: zwischen Ego und Demut, zwischen Kontrolle und Vertrauen. Wer ständig gewinnen will, riskiert, sich selbst zum Massstab für alles zu machen – und verliert das grössere Ganze aus dem Blick.

Wie gelingt das konkret?

 
  • Führe regelmässig Selbstreflexions-Gespräche durch. Frage dich z. B.: «Was treibt mich gerade an – Kontrolle oder Vertrauen?»
  • Mentale Mentorships pflegen: Halte bewusst Kontakt zu Menschen, die dir ehrlich den Spiegel vorhalten wie zu einem Coach – nicht zu Ja-Sagern.
  • Erfolg gemeinsam definieren: Betrachte deinen Erfolg nicht als «Ich-hab’s-gemacht»-Moment, sondern als kollektiven Fortschritt.
 

Besitzergreifende Sprache verlieren

Sprache formt Realität. Wer ständig mein Team, meine Strategie, mein Erfolg sagt, verrät mehr über sein Selbstbild als über seine Führungsleistung. Wirklich starke Leader machen andere gross – sprachlich wie praktisch.

Wie gelingt das konkret?

 
  • Wir-Sprache trainieren: Achte bewusst auf deine Formulierungen in Meetings, E-Mails und Präsentationen. Kleine Umstellungen wie «wir haben erreicht» statt «ich habe entschieden» verändern die Wirkung nachhaltig.
  • Kommunikationsfeedback einholen: Bitte vertraute Kolleg:innen, auf deine Sprache zu achten und dir Rückmeldung zu geben – besonders in Momenten der Sichtbarkeit.
  • Anerkennung aktiv umverteilen: Bei Erfolgen sprich zuerst über die Beiträge deines Teams, nicht über deine Rolle dabei.
 

Macht und Autorität verlieren

Macht ist ein Nebenprodukt von Führung – aber kein Selbstzweck. Wer sie zur Steuerung benutzt, wirkt schnell kontrollierend oder einschüchternd. Einfluss dagegen wirkt tief – und führt zu echter Gefolgschaft.

Wie gelingt das konkret?

 
  • Verantwortung verteilen: Erlaube es anderen, Entscheidungen zu treffen, und schaffe bewusst Entscheidungsspielräume – z. B. in Form von Projektverantwortung oder Rotationsmodellen.
  • Transparenz schaffen: Sprich offen über deine Entscheidungskriterien. Das reduziert die Autoritätsmystik und erhöht das Vertrauen.
  • Coaching statt Kontrolle: Stelle Fragen, statt Anweisungen zu geben. Z. B.: -«Was brauchst du, um das selbst zu entscheiden?» statt «Mach das so.»
 

Status verlieren

Viele Führungskräfte glauben, sie müssten die klügsten oder erfahrensten Personen im Raum sein. Doch dieses Denken limitiert nicht nur das Team, sondern auch die Führungskraft selbst.

Wie gelingt das konkret?

 
  • Kompetenzen sichtbar machen: Ermutige Teammitglieder, ihre Expertise zu zeigen – z. B. durch interne Schulungen, Projektleitungen oder Präsentationen.
  • Ich weiss es nicht zulassen: Steh zu Wissenslücken und lerne offen – das schafft Nähe und Authentizität.
  • Peer Learning fördern: Initiiere Lernformate, in denen du selbst mitlernst, z. B. Learning Circles oder Reverse Mentoring.
 

Das Rampenlicht verlieren

Führung bringt Sichtbarkeit. Doch wer sie für sich beansprucht, riskiert, die Motivation anderer zu bremsen. Wer dagegen das Rampenlicht bewusst abgibt, schafft Anerkennungskultur und Loyalität.

Wie gelingt das konkret?

 
  • Öffentliche Bühne teilen: Gib in Präsentationen, Interviews oder Erfolgskommunikation deinem Team das Wort – z. B. mit Co-Speakern oder kurzen Video-Statements.
  • Feierkultur etablieren: Schaffe Räume, in denen Teamerfolge gefeiert werden – regelmässig, sichtbar, ehrlich.
  • Verzicht als Haltung: Verzichte bewusst auf Ruhm in Situationen, in denen andere einen grossen Anteil geleistet haben – und tu das nicht nebenbei, sondern mit klarer Intention.
 

Verlieren ist Führungsstärke

Heute wird Gewinnen mit Dominanz, Klarheit und Lautstärke gleichgesetzt. Doch erfolgreiche Führung funktioniert anders. Sie basiert auf dem Mut, loszulassen, auf Kontrolle zu verzichten und andere ins Zentrum zu stellen.

Wer verliert, gewinnt – Vertrauen, Respekt, Wirksamkeit. Die erfolgreichsten Führungskräfte, die ich erlebt habe, waren Möglichmacher. Und sie waren bereit, im Schatten zu stehen, damit andere wachsen können.

Wenn du diesen Weg einschlagen willst, beginne mit einer ehrlichen Frage: Wo kann ich heute ein kleines Stück von mir abgeben – damit andere grösser werden können?

In einem Leadership-Coaching findest du genau den Raum, um an diesen Fragen zu arbeiten. Ob du an deinem Führungsstil feilen willst oder konkrete Situationen im Team besser steuern möchtest – ich begleite dich dabei.

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