Ist die Karriere von Frauen ab 30 vorbei?
Ist die Karriere von Frauen ab 30 vorbei?
Ein heikles Thema, das immer wieder für Gesprächsstoff sorgt.
«Die können wir nicht einstellen, die ist 31», tönte es neulich in einer Unterhaltung zwischen zwei HR-Damen.
Und da haben wir das Problem.
Die Familienplanung schwingt bei Einstellungen und Beförderungen leider immer noch unterschwellig mit, selbst wenn sie nie direkt angesprochen wird.
Das «Die wird bestimmt schwanger» ist wohl einer der häufigsten, unausgesprochenen Sätze, der hinter verschlossenen Türen fällt.
In unserem BeBest!-Podcast sprechen Flurina Baumann und ich regelmässig mit sehr erfolgreichen Leaderinnen. Viele berichten übereinstimmend, dass die Zeit zwischen 30 und 35 karrieretechnisch die härteste war.
Was also tun?
➡️ Wie können Frauen durch die herausfordernde Phase navigieren, wenn unsichtbare Mauern die Karriere blockieren?
Für mich haben sich aus den zahlreichen Gesprächen im Podcast zwei zentrale Ratschläge herauskristallisiert, die ich dir in meinem Newsletter zeige.
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«31? Die können wir nicht einstellen – das ist doch klar.» Der Satz fiel in einem Gespräch zwischen zwei HR-Damen, das ich zufällig mitbekam. Es ging um eine extern zu besetzende Stelle, für die sich eine Frau beworben hatte. Fachlich top, menschlich passend – und doch: ein «Aber», das alles überschattete.
Ich höre bereits den Aufschrei über eine solche Aussage im Jahr 2025. Doch diese Realität ist leider noch immer verbreiteter, als man denkt. Im BeBest!-Podcast sprechen Flurina Baumann und ich regelmässig mit sehr erfolgreichen Frauen. Viele berichten übereinstimmend: Die Zeit zwischen 30 und 35 war karrieretechnisch die härteste.
Trotz Leistung, Fokus und Ambition: keine Beförderung, kein Angebot, kein Fortschritt. Karrierepause – nicht aus freien Stücken.
Familienplanung als Karrierekiller
Familienplanung wird noch immer als Risiko gesehen – selten offen ausgesprochen, aber häufig mitgedacht. Die Liste der unausgesprochenen Annahmen ist bekannt:
- Die wird doch sowieso bald schwanger.
- Wer bleibt zu Hause, wenn das Kind krank ist?
- Danach kommt bestimmt noch eins.
- Mütter sind nicht voll fokussiert.
Solche Sätze fallen selten laut – und wirken gerade deshalb umso nachhaltiger. Und sie verschieben Karrieren – nicht auf der Basis von Leistung, sondern auf der Basis von Vermutungen.
Obwohl sich mittlerweile viele Unternehmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen, flexible Arbeitszeitmodelle schaffen und bei der Kinderbetreuung unterstützen, halten sich die Klischees hartnäckig.
Als Mann masse ich mir nicht an, diese Perspektiven abschliessend zu beurteilen. Doch es ist ein Fakt, den wir nicht ignorieren können, und er erschwert vielen talentierten Frauen den Karriereweg massiv. Gegen dieses tiefsitzende Vorurteil anzukommen, gleicht oft einem Kampf gegen Windmühlen.
Karrieresprung dank männlicher Mentoren?
Jetzt wird es kontrovers. Überraschend viele Frauen erzählen: Den entscheidenden Karriereschritt hat kein Frauennetzwerk ermöglicht – sondern ein Mann.
Nicht aus Protektion, sondern aus Überzeugung.
Oft war es ein erfahrener Vorgesetzter, der sich traute, gegen Vorurteile zu handeln – weil er Leistung statt Lebensentwürfe beurteilte.
Gleichzeitig zeigen sich in vielen Gesprächen Spannungen zwischen Frauen: Es gibt Initiativen und Frauennetzwerke, die genau diese Lücke schliessen sollen, indem sie Frauen dazu ermutigen, sich gegenseitig zu fördern und zu unterstützen. Fördernde Netzwerke sind wichtig – echte Allianzen aber seltener, als es den Anschein hat. Vielleicht liegt es am engen Raum an der Spitze. Vielleicht an gesellschaftlicher Prägung. Ein Thema für einen anderen Newsletter.
Zwei Strategien, die wirklich helfen – gerade wenn es zäh wird
Was also tun? Wie navigiert man durch die herausfordernde Phase zwischen 30 und 35, wenn unsichtbare Mauern die Karriere blockieren? Für mich haben sich aus den zahlreichen Gesprächen im Podcast zwei zentrale Ratschläge herauskristallisiert:
- Finde deinen Verbündeten – auch wenn er anders aussieht als du.Suche gezielt einen erfahrenen Entscheider in deinem Umfeld – meist ein Mann, oft über 50. Nicht aus Prinzip, sondern weil viele von ihnen längst erkannt haben, was gute Leistung wirklich ist.
- Gelassenheit ist kein Rückzug, sondern Fokus.Begegne dieser Zeit mit der nötigen Gelassenheit, denn du wirst nicht jedes Vorurteil entkräften können. Aber du kannst zeigen, was du kannst. Konzentriere dich auf deine Wirkung: Leistung, Netzwerk, Präsenz. Denn Sichtbarkeit ist kein Zufall, sondern Strategie.
Fazit: Der Karriereknick zwischen 30 und 35 ist real – aber kein Naturgesetz.
Wer sich in dieser Phase wiederfindet, braucht keine Durchhalteparolen, sondern klare Strategien und starke Verbündete.
Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder einen Rat für Frauen, die sich in dieser Phase befinden?
Hör gerne auch in unseren BeBest!-Podcast rein, um dich von erfolgreichen Frauen inspirieren zu lassen.



