Ist dein Team zuversichtlich?
Im vorherigen Blartikel (Link) haben wir den entscheidenden Unterschied zwischen der toxischen Positivität eines «Feel-Good-Managers» und der echten Zuversicht einer wirksamen Führungskraft beleuchtet.
Du erinnerst dich vielleicht noch an Mira, die im Kern die unerschütterliche Überzeugung hat, dass ihr Team gemeinsam Grosses erreichen kann.
Mira ist nun schon seit einiger Zeit bei mir im Coaching. Nachdem sie ihre eigene Zuversicht gestärkt hat, arbeiten wir aktuell intensiv daran, wie sie diese Kraft auch in ihren Mitarbeitenden entfachen kann. Die Herausforderung ist gerade sehr präsent, da Mira kürzlich ein zusätzliches Team übernommen hat, in dem eine ausgeprägte Kultur der Negativität herrscht. Zynismus und Resignation bestimmen die tägliche Zusammenarbeit und die meisten Teammitglieder haben den Glauben an die eigene Wirksamkeit verloren.
Wie kann Mira diese negative Dynamik durchbrechen und das Team wieder auf ein gemeinsames, positives Ziel ausrichten?
Wie kann sie eine Bewegung initiieren, die ihre Mitarbeitenden dazu inspiriert, sich wieder für ein gemeinsames Ziel zu engagieren?
Vom Problem zur Bewegung in vier Schritten
In unserem Coaching haben wir dazu einen konkreten Weg erarbeitet, der auf entscheidenden Fragen basiert. Diese Schritte kannst auch du nutzen, um in deinem Team echte Zuversicht zu säen:
1. Schaffung einer klaren Vision
Alles beginnt mit einem Ziel, das es wert ist, verfolgt zu werden. Deine Vision muss nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für jedes einzelne Teammitglied eine erstrebenswerte Zukunft aufzeigen.
- Welche Vision hast du für dein Team?
- Welche inspirierende Zukunft strebst du an?
- Und welches ist die erstrebenswerte Zukunft für die Mitglieder deines Teams?
2. Aufbau einer Bewegung
Eine Bewegung entsteht aus Leidenschaft. Sie braucht eine emotionale Energie, die Menschen antreibt. Oft ist es gerade die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden, die den stärksten Motor für Veränderung darstellt. Bedenke, Zuversicht strebt danach, das Beschädigte zu reparieren.
- Was weckt deine tiefste Leidenschaft?
- Was berührt dein Herz?
- Was erfüllt dich mit solcher Überzeugung, dass du dich voll dafür engagierst?
- Welcher aktuelle Zustand ist für dich nicht länger tragbar?
- Was verletzt deine innersten Werte?
3. Verbündete schaffen
Eine Bewegung braucht ein «Wir». Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entsteht durch gemeinsame Werte auf der rationalen Ebene und eine gemeinsame Identität auf der emotionalen Ebene.
- Welche gemeinsamen Werte (rational) und welche angestrebte Identität (emotional) teilt ihr als Team?
4. Die richtigen Botschaften gestalten
Wenn du die Antworten auf diese Fragen hast, kannst du daraus kraftvolle Botschaften formen. Diese Botschaften sind dein Werkzeug, um die Gefühlswelt deines Teams fortlaufend anzusprechen und ihr Engagement zu wecken. Erinnere dich daran, dass auch Emotionen wie Unmut und Frustration über den Status quo eine treibende Kraft sein können, um Veränderungen anzustossen.
- Welche Aussagen fördern Optimismus und Ehrgeiz in deinem Team?
- Welche Äusserungen erzeugen konstruktive Unzufriedenheit mit dem Status quo?
- Welche Botschaften stellen Herausforderungen dar, die dein Team zu Höchstleistungen anspornen?
- Welche Mitteilungen reflektieren die Einzigartigkeit deines Teams und untermauern deinen Glauben an ihre Fähigkeiten?
Denk daran, dass jede erfolgreiche Bewegung mit einer Person beginnt, die leidenschaftlich für eine Sache einsteht. Wenn du nicht selbst davon überzeugt bist und keine Leidenschaft dafür hast, wird es schwierig sein, andere davon zu überzeugen.
Reflexionsfragen zur Zuversicht
Nimm dir einen Moment Zeit, um mit diesen Fragen deine eigenen Erkenntnisse zu vertiefen und den Grundstein für dein persönliches Wachstum zu legen:
- Wann hast du das letzte Mal bemerkt, dass du eine Situation mit oberflächlicher Positivität schönreden wolltest, anstatt die Realität anzuerkennen?
- Bist du in Bezug auf das Ansprechen von Herausforderungen eher eine «Mira», die Probleme benennt, oder ein «Stefan», der schnell beschwichtigt?
- Wo in deiner aktuellen Führungssituation erkennst du den grössten Bedarf, mit echter Zuversicht voranzugehen und nicht mit oberflächlichem Optimismus?
- Welches «beschädigte» Thema in deinem Verantwortungsbereich weckt in dir die stärkste Leidenschaft, es unbedingt zu reparieren und eine Veränderung anzustossen?
- Welche deiner persönlichen Überzeugungen ist so stark, dass du sie als Startpunkt für eine inspirierende «Bewegung» in deinem Team nutzen könntest?
- Wie stellst du sicher, dass dein Team aus Rückschlägen lernt und gestärkt daraus hervorgeht, anstatt sie zu ignorieren oder nur positiv zu verpacken?
- Welche eine, konkrete Massnahme könntest du ergreifen, um deinen Mitarbeitenden zu zeigen, dass du an ihre Stärke und ihr Potenzial glaubst, auch wenn grosse Herausforderungen bevorstehen?
Wenn du nicht nur für dich, sondern auch für dein Team eine Kultur der echten Zuversicht aufbauen möchtest, dann lass uns ins Gespräch kommen.



