In drei Schritten ein besserer C.E.O. (Chief Emotional Officer) werden
In drei Schritten ein besserer C.E.O. (Chief Emotional Officer) werden!
Erinnerst du dich noch an deinen letzten Autokauf? Was war für dich dabei entscheidend?
Würden wir hier rational entscheiden, wären Spritverbrauch, Sicherheit, Pannenstatistik, laufende Kosten usw. die Hauptbeweggründe für einen Kauf gewesen. Doch ich bin mir fast sicher, dass das Markenversprechen, Fahrgefühl, das Exterieur und das Interieur deine Entscheidung mehr geprägt haben.
Auch wenn wir Führungskräfte zu den eher rationalen Menschen zählen, die vernünftig und überlegt auf Basis von Daten und Fakten entscheiden, können wir die Emotionen nicht ignorieren.
Menschen sind emotional, und unser Verstand wird massgeblich von unseren Gefühlen geleitet.
Ebenso spielen Emotionen in der Arbeitswelt eine Rolle. Ob bei Entscheidungen, in der Zusammenarbeit oder bei der Leistung der Mitarbeitenden.
Deshalb bist du als Führungskraft auch immer ein C.E.O. – ein Chief Emotional Officer. In dieser Schlüsselrolle obliegt es dir, dafür zu sorgen, dass deine Mitarbeitenden sich wohlfühlen und eine erstklassige Performance abrufen können.
Wie kannst du dich als Führungskraft in der Rolle als C.E.O verbessern?
Welche Schritte sind notwendig, um diese Rolle auszufüllen?
Und wie festigst du den positiven, emotionalen Zustand deines Teams?
Darüber spreche ich in meinem neuen Newsletter. Ich bin neugierig: Wie gut kennst du die Emotionen in deinem Team?
hashtag#Leadership hashtag#EmotionalIntelligence hashtag#ChiefEmotionalOfficer hashtag#TeamPerformance hashtag#Führungskompetenz hashtag#Mitarbeiterzufriedenheit hashtag#ExecutiveCoaching
Wir treffen täglich rund 20.000 Entscheidungen – die meisten davon unbewusst und scheinbar ohne grössere Bedeutung. In unserem Alltag ist das oft ausreichend, da viele dieser Entscheidungen von unseren Gewohnheiten und Routinen geprägt sind. Aber wie entscheidest du im beruflichen Alltag? Mit dem Kopf? Aus dem Bauch? Schnell und spontan? Rational und überlegt?
Grundsätzlich zählen sich Führungskräfte, insbesondere auf C-Level, zu den eher rationalen Menschen, die vernünftig und überlegt auf Basis von Daten und Fakten entscheiden. Doch das ist eine Illusion, denn Menschen sind emotional und unser Verstand wird massgeblich von unseren Gefühlen geleitet. Wenn wir ausschliesslich rational entscheiden würden, gäbe es wenig Vielfalt in unseren Entscheidungen – beispielsweise würden wir alle ein ähnliches Automodell fahren. Aspekte wie das Markenversprechen des Herstellers, das Design von Exterieur und Interieur, die Leistung oder das Fahrgefühl hätten keinen Einfluss. Doch in der Realität spielen Emotionen, Werte und persönliche Vorlieben eine zentrale Rolle und bereichern unsere Entscheidungen um Individualität und Tiefe. Und letztlich sind es gerade diese Punkte, die uns zum Kauf verleiten.
Ebenso spielen Emotionen in der Arbeitswelt eine Rolle. Ob bei Entscheidungen, in der Zusammenarbeit oder bei der Leistung der Mitarbeitenden. Deshalb bist du als Führungskraft auch in der Rolle des C.E.O. – des Chief Emotional Officer. In dieser Schlüsselrolle obliegt es dir, dafür zu sorgen, dass deine Mitarbeitenden sich wohlfühlen und eine erstklassige Performance abrufen können.
Wie kannst du dich als Führungskraft in der Rolle als C.E.O verbessern? Welche Schritte sind notwendig, um diese Rolle auszufüllen? Und wie festigst du den positiven, emotionalen Zustand deines Teams? Darüber sprechen wir im Folgenden.
Emotionen beginnen bei der Führungskraft
Nicht selten öffnen sich Führungskräfte erst als letzte, wenn es um ihre Emotionen geht. Viele von ihnen haben gelernt, dass Gefühle im Business keinen Platz haben und besser zu Hause bleiben sollten. Doch dieses Denken gehört der Vergangenheit an. Es ist an der Zeit, dass Führungskräfte sich davon lösen, denn Emotionen sind seit jeher das schnellste und unmittelbarste Informationsmedium der Menschheit – und ein essenzieller Schlüssel zu authentischer, wirkungsvoller Führung.
In Sekunden ist es uns möglich, aus den Emotionen unseres Gegenübers abzuleiten, was bei einer bestimmten Sachlage oder Thematik passiert. Das genervte Augenrollen des Mitarbeitenden im Meeting verrät ebenso viel wie das zufriedene Lächeln nach einem Bewerbungsgespräch. Emotionen brauchen auch im beruflichen Kontext Raum, denn je stärker diese sind, desto weniger kann sich ein Mensch wirklich auf die effiziente Erledigung seiner Aufgaben fokussieren. Das betrifft zum einen private Emotionen, wie Verliebtheit oder Sorge um einen Angehörigen sowie auch berufliche, beispielsweise den Konflikt mit einem Kollegen, der unter der Oberfläche brodelt, aber nie zur Sprache kommt. All das hat Auswirkungen auf die Leistung, Konzentration und Motivation.
Deshalb sind Führungskräfte in ihrer Rolle als C.E.O gefragt, Emotionen sichtbar und nutzbar zu machen. Dazu empfehle ich drei Schritte.
Schritt 1: Ermittle den emotionalen Zustand deines Teams
Im ersten Schritt gilt es, den emotionalen Zustand deines Teams zu ermitteln. Das erreichst du, indem du deinen Mitarbeitenden bewusst zuhörst. Auch wenn es dir schwerfallen mag, als stiller Bobachter den Gesprächen, die in deinen Teams stattfinden, zu lauschen, so lassen sich daraus wertvolle Erkenntnisse ableiten.
Wie verhalten sich die Menschen in diesen Gesprächen? Sind die Teilnehmenden ausschliesslich auf Probleme und Schwierigkeiten fokussiert? Hörst du haufenweise Rechtfertigungen, weshalb dieses oder jenes nicht zeitgerecht oder in der erforderlichen Qualität erledigt werden konnte? Warum es nicht ging? Oder wird in den Gesprächen meist darauf fokussiert, was hilfreich ist, was cool ist, was Spass macht? Wird in Alternativen gedacht, was man sonst noch tun könnte, um zu einer guten Lösung zu kommen? Ist die Stimmung positiv, unterstützend und energetisch?
Versuche, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die einzelnen Teams miteinander kommunizieren und worauf das Hauptaugenmerk liegt. Nach einiger Zeit kannst du den emotionalen Zustand deines Teams auf einer Skala von 1 bis 10 beurteilen. Wobei zehn für hervorragend und eins für ausgesprochen schlecht steht.
Schritt 2: Einfluss nehmen
Im zweiten Schritt beginnst du damit, Einfluss auf die Gesprächskultur in den Teams zu nehmen. Stelle hierzu kluge, positiv formulierte Fragen und höre aufmerksam den Antworten deiner Mitarbeitenden zu. Frage beispielsweise:
- Welcher Teil deiner Arbeit gefällt dir am besten?
- Wie passt dein Job mit deinen Karriereabsichten und Lebenszielen zusammen?
- Wenn du die Erwartungen übertriffst, wird das von den anderen bemerkt?
- Fühlst du dich wertgeschätzt und anerkannt?
- Auf einer Skala von 1 bis 10, wie würdest du die innere Verpflichtung gegenüber den Unternehmenszielen seitens deiner Teamkollegen beurteilen?
Du wirst viele Erkenntnisse aus den Antworten ziehen können und daraus ableiten, wo sich deine Mitarbeitenden gerade befinden und welche Bedürfnisse sie haben.
Schritt 3: Vorbildliches Verhalten
Im dritten Schritt gehst du als gutes Beispiel voran und führst deine Mitarbeitenden mit vorbildlichem Verhalten. Dies bedingt, dass du selbst nicht in die Fallen des ständigen Kritisierens und Rechtfertigens tappst. Die Haltung und das Verhalten, das du bei deinen Mitarbeitenden sehen willst, musst du vorleben.
Starte damit, den emotionalen Zielzustand deines Teams zu skizzieren. Notiere dir die entsprechenden Gefühlszustände. Zum Beispiel positiv, engagiert, inspiriert, mutig, hoffnungsvoll, vertrauensvoll und so weiter. Anschliessend beurteilst du, wie gut du diese Gefühlszustände selbst verkörperst. Nutze hierfür wiederum eine Skala von 1 bis 10. Wie gut bringst du diese Emotionen gegenüber deinen Mitarbeitenden und Teams zum Ausdruck? Gefühlszustände zu verinnerlichen und diese bewusst nach aussen zu tragen, sind zwei ganz verschiedene Dinge. Vielleicht erkennst du, warum sich deine Teams so fühlen, wie sie sich fühlen. Beziehungsweise warum sie sich nicht so fühlen, wie du möchtest, dass sie sich fühlen. Deine Teams haben bisher auf deine Haltung reagiert. Das heisst, wenn deine Mitarbeitenden beispielsweise ein verschlossenes und angstvolles Verhalten zeigen, ist das darauf zurückzuführen, dass du als Führungskraft bewusst oder unbewusst Angst als Führungsmittel einsetzt. Es könnte sein, dass du zum Beispiel mit Wutausbrüchen dein Team ängstigst, dass du Drohungen aussprichst und in Sätzen wie «Wenn …, dann …» kommunizierst.
Überlege dir für jeden dieser einzelnen Gefühlszustände, die du gerne bei deinen Mitarbeitenden sehen würdest, was du tun kannst, um in der Skala möglichst nah an eine Zehn zu kommen. Und denke dir alle möglichen Arten und Weisen aus, in welchen Situationen und wie du deinen Mitarbeitenden diese Gefühlszustände vorleben kannst.
Wie viele Emotionen dürfen Führungskräfte zeigen?
So sinnvoll Emotionen im Arbeitskontext auch sind, solltest du dennoch bedenken, dass deine Teams weder deine Familie noch dein Freundeskreis sind und du deshalb nicht allen Emotionen freien Lauf lassen solltest. Auch ist es nicht gut, als Führungskraft die «Kontrolle» über die eigenen Emotionen zu verlieren und sie am Team auszulassen, indem du beispielsweise Mitarbeitende anschreist oder gar beleidigst. Mit diesem Verhalten setzt du falsche Standards im Team und verursachst Vertrauensverluste. Gleichzeitig eröffnest du viele Möglichkeiten der Interpretation, wenn du gar keine Gefühle zeigst. Wenn ein Mitarbeitender dir beispielsweise von einem gravierenden Fehler berichtet und du überhaupt nicht reagierst, führt das zu Unsicherheit und der Mitarbeitende weiss nicht, damit umzugehen.
Es kommt darauf an, eine Balance zwischen extremer Offenheit und völliger Zurückhaltung zu finden. Führungskräfte sollten ihre Emotionen weder ungefiltert nach aussen tragen, noch sie komplett unterdrücken. Entscheidend ist, die eigenen Emotionen bewusst wahrzunehmen und dann gezielt zu entscheiden, ob man mit oder gegen diese Emotionen handeln möchte. Diese Fähigkeit ermöglicht es, angemessen und überlegt zu reagieren – stets im Einklang mit den eigenen langfristigen Werten und Zielen. So wird emotionale Intelligenz zu einer wertvollen Grundlage für nachhaltige und authentische Führung.
Halte abschliessend noch einmal kurz inne. Vertiefe den Gedanken, wie es wäre, wenn alle Menschen in deinen Teams die von dir gewünschten Emotionen verkörpern würden. Was glaubst du, wer könnte dich und dein Team dann noch aufhalten?
Wenn du an dir arbeiten und deine persönliche Heldenreise als Leader oder Leaderin beginnen möchtest, dann empfehle ich dir mein Buch: «Die Heldenreise einer Führungskraft – wie du als Leader*in die beste Version deiner selbst wirst».



