Die Macht der Glaubenssätze: Was du von Marshall Goldsmith lernen kannst
Die Macht der Glaubenssätze: Was du von Marshall Goldsmith lernen kannst.
«Ich kann einfach nicht aus meiner Haut.»
Wie oft hast du diese Aussage schon gehört und wie oft war sie für dich zutreffend?
Unser Denken und Handeln läuft teilweise «automatisch» ab, je nachdem welchen Glaubensätzen wir folgen.
Marshall Goldsmith erzählt dazu eine spannende Geschichte aus seiner Kindheit.
Diese zeigt, wie stark Glaubenssätze sich auf das Leben auswirken und gibt gleichzeigt einen inspirierenden Ansatz für Führungskräfte.
«Ich kann einfach nicht aus meiner Haut.» Wie oft hast du diese Aussage schon gehört und wie oft war sie für dich zutreffend? Unser Denken und Handeln läuft teilweise «automatisch» ab, je nachdem welchen Glaubensätzen wir folgen.
Marshall Goldsmith, «Erfinder» des Behavioral Leadership Coachings und einer der bekanntesten Executive Coaches weltweit, erzählt bei verschiedenen Gelegenheiten eine prägende Geschichte aus seiner Kindheit. Es ist eine Geschichte darüber, wie tief verwurzelte Überzeugungen unser Denken und Handeln beeinflussen – und wie wichtig es ist, sie regelmässig zu hinterfragen.
Wie dein Selbstbild geformt wird
Goldsmith wuchs in Valley Station (Kentucky) auf, einem kleinen Ort im Mittleren Westen der USA. Sein Vater betrieb eine Tankstelle, ein bodenständiges, handwerklich geprägtes Geschäft. Seine Mutter war Lehrerin, gab jedoch nach seiner Geburt ihren Beruf auf, um sich ganz der Erziehung ihres Sohnes zu widmen.
Sie hatte klare Vorstellungen davon, welche Zukunft sie für ihn wollte – und welche nicht. Sie wollte verhindern, dass Marshall in die Fussstapfen seines Vaters tritt und ein Leben mit harter, körperlicher Arbeit führt. Also prägte sie sein Selbstbild mit einer cleveren Strategie:
- Sie überzeugte ihn davon, dass er handwerklich unbegabt sei. Immer wieder betonte sie, dass er zwei linke Hände habe und es gar nicht erst versuchen solle.
- Sie stärkte seinen Glauben daran, ein Mathematik-Genie zu sein. Sie lobte ihn für seine Fähigkeiten, sprach ihm grosses mathematisches Talent zu und bestärkte ihn darin, dass seine Zukunft im akademischen Bereich liege.
Marshall übernahm diese Überzeugungen als Wahrheit. Handwerkliche Tätigkeiten liess er komplett sein – warum sich mit etwas beschäftigen, für das man ohnehin kein Talent hat? Stattdessen vertiefte er sich in die Mathematik, studierte das Fach an der Universität und entwickelte eine Leidenschaft dafür.
Exkurs: Prägungen und Glaubenssätze entstehen in der Kindheit
Prägungen und Glaubenssätze, die in der frühen Kindheit verankert werden, bilden die mentalen Grundstrukturen, die spätere Entscheidungsmuster, Führungsstile und unternehmerische Handlungskompetenzen massgeblich beeinflussen. Diese kognitiven Frameworks entstehen durch ein Zusammenspiel neurobiologischer Prozesse, sozialer Interaktionen und systemischer Umwelteinflüsse.
In der prägenden Phase (0–7 Jahre) ist das Gehirn besonders plastisch, wodurch Erfahrungen schnell in neuronale Netzwerke kodiert werden. Wiederholte Reize – sei es durch elterliches Feedback, schulische Leistungsbewertungen oder kulturelle Normen – stärken synaptische Verbindungen und formen «Default-Mentalitäten».
Autoritätsfiguren wie Eltern vermitteln unbewusste Skripte (z. B. du bist handwerklich nicht begabt oder du bist ein Mathe-Genie), die sich auf das weitere Leben auswirken.
Die überraschende Erkenntnis
Jahre später, als Marshall bereits als Assistent eines Professors arbeitete, wurde er mit einer praktischen Herausforderung konfrontiert. Er sollte eine Aufgabe übernehmen, die handwerkliches Geschick erforderte – etwas, das er sein ganzes Leben lang vermieden hatte.
Zu seiner eigenen Überraschung meisterte er die Aufgabe problemlos. Erst in diesem Moment wurde ihm klar: Seine vermeintliche Unfähigkeit war nicht real, sondern nur eine Überzeugung, die seine Mutter ihm anerzogen hatte.
Diese Erfahrung führte zu einer seiner grössten Erkenntnisse: Wir alle tragen Glaubenssätze in uns, die uns begrenzen – oft ohne es zu merken.
Was du als Führungskraft daraus lernen kannst
Goldsmiths Geschichte zeigt, wie sehr unsere Überzeugungen unser Verhalten beeinflussen. Sie bestimmen, welche Chancen wir ergreifen – und welche wir gar nicht erst in Betracht ziehen. Doch was bedeutet das für dich als Führungskraft?
Hinterfrage deine eigenen Überzeugungen. Welche Glaubenssätze steuern dein Führungsverhalten? Helfen sie dir – oder halten sie dich zurück?
Achte darauf, welche Botschaften du weitergibst. Deine Worte formen die Überzeugungen deines Teams. Förderst du Wachstum oder setzt du unbewusst Grenzen?
Schaffe eine Kultur der Selbstreflexion. Ermutige dein Team, ihre eigenen Annahmen zu hinterfragen und neue Potenziale zu entdecken.
Reflexionsfragen für dich als Führungskraft
Nimm dir regelmässig Zeit, um über folgende Fragen nachzudenken:
- Welche Überzeugungen prägen mein Führungsverhalten? Sind sie förderlich oder schränken sie mich ein?
- Wie reagiere ich auf Herausforderungen ausserhalb meiner Komfortzone? Bin ich offen für Neues oder halte ich an alten Mustern fest?
- Welche Rückmeldungen erhalte ich von meinem Team, und wie gehe ich damit um? Nutze ich Feedback, um mich weiterzuentwickeln?
- Wo habe ich mich in der Vergangenheit selbst limitiert? Welche Muster erkenne ich dabei?
- Welche meiner Stärken setze ich bewusst ein – und wo gibt es Potenzial für Weiterentwicklung?
Führung beginnt mit Selbstreflexion
Marshall Goldsmiths Geschichte macht deutlich: Führung beginnt bei dir selbst. Wenn du bereit bist, deine eigenen Überzeugungen zu hinterfragen, kannst du nicht nur dein volles Potenzial entfalten, sondern auch dein Team dazu ermutigen, über sich hinauszuwachsen.
Mache es zu einer Gewohnheit, dich regelmässig selbst zu reflektieren. Sei offen für neue Perspektiven – denn oft liegt unser grösstes Potenzial genau dort, wo wir es am wenigsten erwarten.
Vertiefe deine Selbstreflexion mit dem «Phönix-Prinzip»
Wenn du dich intensiver mit deinen eigenen Glaubenssätzen auseinandersetzen möchtest, empfehle ich dir mein Buch «Das Phönix-Prinzip – Wege zu neuer Motivation und Exzellenz in Leadership». Es zeigt dir, wie du innere Blockaden überwindest, limitierende Überzeugungen hinter dir lässt und dein volles Führungspotenzial entfalten kannst.
Denn wahre Exzellenz beginnt immer im Kopf – und die grössten Veränderungen geschehen, wenn du deine eigenen Grenzen sprengst.



