Tatsächlich hast du nur über eine begrenzte Anzahl von Dingen Kontrolle – im Grunde genommen letztlich nur über dich selbst.
Den Fokus auf den «Circle of Concern» zu legen, also auf Bereiche, die du nicht beeinflussen kannst, birgt das Risiko, Energie und Ressourcen unproduktiv zu verbrauchen. Obwohl diese Faktoren durchaus Einfluss auf deine Situation nehmen können und nicht ignoriert werden sollten, ist es häufig klüger, sie nach ihrer Identifikation und Einschätzung beiseitezulegen. Dieses einfache Modell hilft dir dabei, die Reichweite jedes Problems oder jeder Herausforderung eindeutig zu definieren. Auf diese Weise werden komplexe Situationen leichter zu handhaben, was wiederum dazu beiträgt, deinen Stress zu reduzieren.
Die Macht der Perspektive
Wir Menschen haben oft die Tendenz, uns auf negative Aspekte zu fokussieren und das schlimmstmögliche Ergebnis zu erwarten. Diese Voreingenommenheit ist evolutionär bedingt und führt oft dazu, dass wir auf vermeintliche Bedrohungen überproportional reagieren. Es ist wichtig, dass du dieses natürliche Verhaltensmuster bei dir erkennst und dir seiner bewusst bist.
Du kannst diese instinktive Tendenz abmildern, indem du das jeweilige Geschehen in einen grösseren Kontext stellst. Wenn du dies zur Gewohnheit machst, gelingt es dir leichter, deine Reaktionen in stressigen oder herausfordernden Situationen zu steuern. Vor allem, da die meisten Alltagssituationen nicht lebensbedrohlich sind.
Drei Schritte zur Führung unter Stress
Als Führungskraft stehen dir drei Strategien zur Verfügung, die dir nahezu sofort eine Perspektive in Stresssituationen oder Krisen bieten können:
1. Übernimm Verantwortung für die Bewältigung der Situation.
Selbst wenn dies nicht unbedingt deine Kontrolle über die Situation erhöht, vermittelt es ein grösseres Gefühl von Übersicht und Sicherheit. Zudem sendest du ein starkes Signal an dein Team, indem du sagst: «Ich übernehme Verantwortung und helfe uns, einen Weg nach vorne zu finden.»
2. Stelle dir eine zentrale Frage: «Wie wichtig wird das Geschehnis in einem Tag, einem Monat, einem Jahr sein?»
Wähle den Zeitrahmen, der für dich am relevantesten ist. Diese Frage hilft dir, die tatsächliche Tragweite jeder Situation sofort zu relativieren. Was heute als Weltuntergang erscheint, kann sich bereits in der nächsten Woche als temporäre Herausforderung herausgestellt haben.
3. Erkenne, dass diese Herausforderungen dich zu einer stärkeren Führungskraft formen, und begrüsse sie.
Die Erkenntnis, dass du als Führungskraft in Stresssituationen effektiv handeln kannst, stärkt dein Selbstvertrauen. Es hilft dir enorm, persönliche Ängste und Unsicherheiten auszugleichen, wenn du deine wachsende Widerstandsfähigkeit als das siehst, was sie ist: eine seltene Eigenschaft, die Menschen bewundern und respektieren.
Worauf liegt dein Fokus?
Wie das Wetter können wir nicht alles kontrollieren. Aber wir können kontrollieren, worauf wir unseren Fokus legen, wie wir reagieren und wie wir aus jeder Herausforderung wachsen. Konzentriere dich auf deinen «Circle of Influence», und du wirst merken, wie sich Stress reduziert und deine Resilienz steigt.
Wenn du tiefer in Themen rund um die Führungstugend der «Resilienz» einsteigen willst, findest du weitere Impulse und Strategie in meinem Buch «Die Heldenreise einer Führungskraft».